Sie verstehen darunter das reine Abladen von Faktenwissen beim Lernenden?

Zumindest entnehmen wir dem nebenstehenden Video, dass es als weitere Unterformen noch das Kurz- und das Langzeitgedächtnis, ein Gedächtnis für episodisches Wissen, eins für prozedurale Abläufe, eins für Fakten, eins für Emotionen, für visuelle und auditive Aktivitäten gibt. Lernen erstreckt sich so auf mehr als reines Faktenwissen. Es setzt sich modular aus Leistungen verschiedener Gedächtnisse zusammen.

Wir sehen das als einen Ansatzpunkt, Wissen an mehrere Gedächtnisse weiterzugeben, um ein stärkeres Intensitätsmuster im Gehirn zu fördern und so Wissen auch längerfristig im Gedächtnis des Lernenden zu verankern. Dabei sind wir uns bewusst, das Lernen alleine nicht ausreicht. Wiederholungen, Lernzyklen und Motivation sind mindestens genauso wichtig.

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Die Rolle des Gedächtnisses beim Erlernen komplexer Software-Programme

Wenn es nun gelingt, die verschiedenen Formen von Gedächtnis aus verschiedenen Perspektiven anzustoßen, so erwarten wir hier eine bessere Vertiefung des Lernstoffs und damit eine bessere Abrufbarkeit zu späteren Zeitpunkten. Ist also das Erlernen der Bedienung einer Software wie Microsoft Word® 2016 mehr, als das reine Erlernen von Fakten?

Nun, wir denken schon, dass unterschiedliche Ebenen beim Lernen angesprochen werden. Da ist die Zufriedenheit mit dem persönlich Erreichten, die Ästhetik der gesamten Komposition, wenn alles gut beim Layouten geklappt hat. Ein wunderbares Gefühl stellt sich ein.

Ebenso ist es das Gefühl des Beherrschens der Software bei komplexeren Abläufen wie dem Serienbrief erstellen oder der Gliederungsnummerierung über mehrere Ebenen hinweg. Das ordnen wir nicht nur dem faktischen Gedächtnis, sondern auch dem prozeduralen Gedächtnis zu. Denn wir lieben es die Software zu beherrschen, statt das uns die Software beherrscht.

Bei alledem bleibt es so, dass das faktische Wissen in der Weiterbildung zur effizienten Bedienung einer Software wie Microsoft Word® 2016 einen Großteil des Unterrichts einnimmt. Deswegen kommt der Gestaltung des Unterrichts durch Gespräche, Lernzyklen, Wiederholungen, Übungen und Tests bei uns eine wichtige Rolle zu, der wir uns zusammen mit den Lernenden stellen.


Neben dem Gedächtnis braucht es noch: Motivation

Wir arbeiten mit unseren Lernenden an einem konkretem Ziel, z.B. die Erstellung von Geschäftsbriefen. Dazu bedarf es einer guten Portion an Motivation und die findet sich wieder bei Personen  :
  • die den Wieder-Einstieg in den Beruf wirklich wollen
  • die lange nicht mehr mit der Software gearbeitet haben und nun eine grössere Distanz zur Funktionalität befürchten
  • die Sorge haben, mit mangelnden Kenntnissen bei der Bewerbung  oder auch im beruflichen Alltag mangels Erfahrung zu schnell unter Druck zu stehen.